Künstler
Claude Delangle (FRA)

Solist, Forscher und Pädagoge – Claude Delangle gilt als einer der bedeutendsten Saxophonisten unserer Zeit und als Meister der französischen Saxophonschule. Als bevorzugter Interpret klassischer Werke bereichert er das Repertoire und fördert zugleich die zeitgenössische Musik, indem er mit namhaften Komponisten wie Luciano Berio, Pierre Boulez, Toru Takemitsu und Astor Piazzolla zusammenarbeitet und zugleich junge Komponistinnen und Komponisten unterstützt.
Seit 1986 ist er als Saxophonist im Ensemble Intercontemporain tätig und tritt regelmäßig als Solist mit den renommiertesten Orchestern auf, darunter die BBC London, Radio France, das Finnische Rundfunkorchester, der WDR Köln, die Berliner Philharmoniker und das Kioi-Sinfonieorchester Tokio. Er arbeitete mit Dirigenten wie David Robertson, Peter Eötvös, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen, Myung-Whun Chung, Gary Bernstein und vielen anderen zusammen.
Einladungen zu wichtigen Festivals wie der Zagreber Biennale, „Présences“ von Radio France oder dem Festival Musica Nova gehören ebenso zu seiner Laufbahn wie die Uraufführung des Programms Tango Futur beim Festival Musica in Straßburg, das später auch beim Festival Aix en Musique und im Théâtre du Palais-Royal in Paris aufgeführt wurde.
Aus Leidenschaft für sein Instrument überschreitet Delangle die Grenzen der reinen Konzerttätigkeit und arbeitet regelmäßig mit den Laboratorien für Musikakustik der Universität Paris 7 zusammen. Die Ergebnisse seiner Forschungen zur spezifischen Akustik des Saxophons sind für seine künstlerische Arbeit und seine Kooperationen mit Komponisten von großem Wert.
Seine zahlreichen Einspielungen bei BIS, Deutsche Grammophon, Harmonia Mundi, Erato und Verany heben die französische Musiktradition hervor und eröffnen zugleich neue musikalische Horizonte – von den Werken des genialen Adolphe Sax über die Avantgarde bis hin zum populären Repertoire.
Nach dem Gewinn mehrerer Premiers Prix am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris wurde Claude Delangle 1988 als Professor berufen. Dort gründete und leitete er bis 2024 die international führende und prestigeträchtigste Saxophonklasse.
Henk van Twillert (NED)

(*1959)
studierte bei Ed Bogaard und schloss sein Studium für das Superior Soloist Diploma am Sweelinck Conservatorium Amsterdam mit „cum laude“ ab. Im Jahr 1979 gründete er das renommierte Amsterdam Saxophone Quartet und 1998 das Amsterdam Soloist Quintet. Seit 1986 arbeitet er mit dem Pianisten Tjako van Schie im Duo.
Ab 2006 wurde er zum Newport Music Festival in den USA eingeladen. Im Jahr 1999 eröffnete er die erste Superior Saxophone Class in Portugal an der ESMAE in Porto und an der Universität Aveiro.
Van Twillert hat zahlreiche Alben aufgenommen und weltweite Anerkennung für seine Interpretation der Bach‘schen Cellosuiten (2001) erhalten. Im Jahr 2005 initiierte Van Twillert das renommierte Saxophon-Ensemble Vento do Norte. Zwischen 2009 und 2011 lebte er in New York und arbeitete an seiner Promotion. In dieser Zeit begann Henk mit dem Songwriting und veröffentlichte sein Album „New York“ als Sänger und Bandleader unter dem Namen Mr. Henk & Band.
2019 erhielt Henk die „Medal of Merit“ in Aveiro, Portugal, für seinen außergewöhnlichen kulturellen Beitrag. Weltweit auftretend, gelangt stets auch sein besonderes Programm für Kinder „Stars of the Future” zur Aufführung.
Frank Liebscher (GER)

(*1967)
ist Musiker und Musikpädagoge und unterrichtet an der Hochschule für Musik & Theater Leipzig sowie der Musikschule des Landkreises Leipzig. Nach dem „Physikum” der Humanmedizin wechselte er gänzlich zur Musik und studierte Saxophon, Arrangement und Musikpädagogik in Leipzig, Champaign-Urbana und New York City.
Mit einer umfangreichen künstlerischen Profilierung als Saxophonist und Arrangeur gingen wissenschaftliche Ambitionen einher, die sich zunächst in seiner Promotion zum Thema „Improvisation und Mentales Üben” niederschlugen. Dieser folgten sowohl internationale Vortrags-, Workshop-, Gremien- und Juryaktivitäten als auch Publikationen zu musikpädagogischen Themen sowie Autoren- und Gutachtertätigkeiten für Schulbuchverlage.
Zu den aktuellen künstlerischen Projekten zählen das Solo-Programm „Liebscher plays Bach!“ mit den Bearbeitungen der Cello-Suiten (BWV 1007-12) von J. S. Bach für Bariton-Saxophon, die Liebscher seit 2018 auf Konzerte durch Europa und Israel führten, sowie das Programm „Palucca meets Bach” mit deren tänzerischen Umsetzung, das u. a. zum Bachfest 2022 in Leipzig aufgeführt wurde.
Im Frühsommer 2022 erschien die erste Video-Gesamtaufnahme der Cello-Suiten für Saxophon bei YouTube auf dem Kanal „Liebscher plays Bach!“.
Vento do Norte (POR)

ist eine einzigartige Gruppe junger Saxophonisten, allesamt Schüler von Henk van Twillert an der ESMAE – Superior School of Music and Performing Arts in Porto, Portugal. Die leidenschaftlichen und talentierten Musiker kombinieren eine moderne Vision der Kammermusik mit einzigartigen Aufführungen.
Seit ihrer Gründung treten sie regelmäßig an verschiedenen Veranstaltungsorten und auf Festivals in Portugal auf. Henk van Twillert & Vento do Norte haben jährliche Tourneen in zahlreichen Ländern unternommen, darunter Holland, Belgien, die Niederländischen Antillen, Venezuela und die USA. Kürzlich gaben sie ihr Debüt in Polen. Seit 2007 gewannen sie mehrfach den ersten Preis in der Kategorie Kammermusik beim renommierten City of Chieri International Music Competition in Italien.
Im Jahr 2009 nahmen sie die CD „Adagio of Saxophones” und im Jahr 2019 die CD „Toot Your Roots” auf, auf der sie Komponisten wie J. S. Bach und A. Piazzolla auf einzigartige Weise präsentieren.
Rosa dos Ventos (POR)

Rosa dos Ventos ist ein Ensemble aus Studierenden der Saxophonklasse von Henk van Twillert an der ESMAE – Escola Superior de Música e Artes do Espetáculo in Porto. Als kreative und dynamische Plattform sowie künstlerisches „Sprungbrett“ für die Formation Vento do Norte fördert das Ensemble gezielt die musikalische Entwicklung der nächsten Generation klassischer Saxophonisten.
Die jährlch wechselnde, flexible Besetzung ermöglicht vielfältige kammermusikalische Formate – vom Quartett bis zum Septett – und eröffnet ein breites Repertoire, das stilistisch und klanglich große Bandbreite zeigt.
Im Jahr 2025 wurde das Saxophonquintett Rosa dos Ventos mit dem Ersten Preis beim Chieri International Music Competition in Turin, Italien, ausgezeichnet – insbesondere für seine berührende Interpretation von Samuel Barbers Adagio.
Im Februar 2026 ist das Ensemble beim 2. Internationalen Festival für Klassisches Saxophon Leipzig – OVERTURE II zu erleben. Dort präsentiert Rosa dos Ventos seine Interpretation des Italienischen Konzerts, gespielt am historischen Wirkungsort Johann Sebastian Bachs.
